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Messie Hilfe

Besuch des Messie-Helfers ( MH )
bei einem Messie ( M ) und einem Helfer aus dem Freundeskreis des Messies ( H )

An einem Tag in einer Stadt in Bayern...

MH läutet an der Wohnungstüre, die sich öffnet, der Messie tritt zusammen mit H vor die Tür. M fragt: „Woher kommen Sie, wer sind Sie, können Sie sich ausweisen?“. MH erklärt sich und übergibt seinen Personalausweis, der geprüft und zurückgegeben wird mit den Worten „Das ist doch normal, oder?“ MH bestätige das. Er wird aufgefordert beim Betreten der Wohnung seine Schuhe auszuziehen. H hat die Idee, Plastiktüten über die Schuhe zu ziehen. MH kommt diesem Wunsch nach und hat die Erlaubnis einzutreten. M zeigt ihm, wie er sich durch die etwa 30 cm breit zu öffnende Türe schlängelt. MH und anschließend H tun es ihm nach.

MH darf an M vorbei einen Pfad, der schmal, dessen Boden aber fast frei ist, nach vorne in Richtung Wohnküche gehen. Ab der Küchentüre ist der Boden bedeckt bis zu etwa 120 cm Höhe, Pfade führen in ungefähr 20 - 30 cm Höhe durch die Küche und ins Schlafzimmer, wo das Bodenniveau auf geschätzte 50 cm ansteigt. Dieser Raum wird von M liebevoll „Kämmerchen“ genannt. Dort türmen sich Hügel auf, die bis zu circa 150 cm hoch sind. MH wird von M aufgefordert, nicht bis zur Schlafzimmertüre zu gehen, darf dann aber doch noch zwei Schritte tun, bis er an der Türschwelle steht und einen Blick ins Schlafzimmer werfen kann. Einen Schlafplatz kann er nicht entdecken, er vermutet diesen hinter einem der Hügel. Die Luft in der Wohnung ist vom Geruch her erträglich aber abgestanden, da wohl nie gelüftet wird. Das Gesicht von M ist angespannt, MH wird sichtlich als Eindringling gesehen. Die Atmosphäre ist nicht gut, MH spürt Angst, Trauer, Verzweiflung und Hilflosigkeit. H spricht den kaputten Kühlschrank an, der 16 Jahre nicht geöffnet worden ist. M widerspricht vehement und betont, dass der Kühlschrank kühlt und nur 3 Jahre nicht geöffnet wurde. Dabei spricht er H mit „Vater“ an, bemerkt sofort den Fehler und nennt ihn „Freund“. H lächelt, M nicht. MH fragt M: „Freund in Christo?“. M nickt ernst. MH beginnt M die Vorgehensweise zu erklären und sagt, dass M alleine bestimmt, was die Wohnung zu verlassen hat und was nicht. MH schätzt das zu entsorgende Material auf etwa 2,5 Tonnen Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, volle und leere Schachteln sowie Kleidung. Es ist kein Hausmüll zu sehen und zu riechen.

MH versichert M, dass dieser das Arbeitstempo selbst bestimmt. Er fragt, wie M die Wohnung sieht, wenn er die Augen schließt. M antwortet lächelnd: „Leer“. MH lächelt zurück und antwortet auf M`s Frage, warum er diese Arbeit macht: „Vielleicht bin ich ein Bruder in Christo?“. M sucht den Blickkontakt zu MH und fragt ihn: „Warum lebe ich so, ich habe doch früher ganz anders gewohnt?“. MH nimmt seinerseits Blickkontakt auf und antwortet: „Vielleicht waren Sie früher ein anderer Mensch und haben sich durch einen Schicksalsschlag verändert?“. M lächelt dankbar und nickt mehrmals, MH in die Augen schauend. M`s Gesichtszüge werden weicher, M fühlt sich angenommen und verstanden. M dreht sich zu H um, der hinter M im Gang steht und sagt, dass dessen Arbeitstempo schnell sei, das seine jedoch langsam, denn er arbeitet genau. Lächelnd und mit Gesten unterstreichend erklärt er MH, dass er beispielsweise sorgsam die Petersilie in winzig kleine Teile schneidet, während andere das so grob und schnell tun, dass Teile der Petersilie durch den Raum flögen. M unterstreicht diese Worte mit raumgreifenden Armbewegungen. MH blickt M an und sagt, dass M wohl Perfektionist sei. M schaut MH in die Augen und nickt lächelnd mehrmals. MH spürt, dass das Eis gebrochen ist. MH ist nun nicht mehr der anfangs misstrauisch beäugte Eindringling sondern der willkommene Helfer.

M blickt ab jetzt während der noch folgenden Zeit MH ständig in dessen Augen. M fragt, wo MH wohnt und stellt nach der Antwort fest, dass dieser dann ja immer weit zu M fahren müsste. MH meint, dass 50 km für ihn nicht weit seien, denn er fahre in ganz Süddeutschland zu Klienten. Darauf fragt M besorgt: „Und wo bleiben dann sie?“ MH antwortet, dass er das manchmal auch nicht so genau wisse. Als H das Thema Grundreinigung anspricht, insbesondere die des Badezimmers, weicht die Freundlichkeit aus M`s Gesicht. H bittet MH, ins Badezimmer zu schauen. Um das zu ermöglichen, bewegt sich H rückwärts Richtung Wohnungstüre, M folgt H und dann macht MH zwei Schritte vorwärts bis links das Bad zu sehen ist. Die Beleuchtung ist defekt, MH sieht den verschmutzten Boden und eine verkotete Toilettenschüssel. Davor ist ein Katzenklo zu sehen, das unbenutzt, aber nicht gereinigt ist: Es gibt keine Katze mehr in der Wohnung. Vor der offenen Badezimmertür ist eine Mauer aus Schachteln und Büchern errichtet, die etwa 70 cm hoch ist. H erklärt MH, dass diese Mauer immer dann gebaut wird, wenn ein Fremder die Wohnung betritt, heute war das der MH. Das Mäuerchen ersetzt die Türe und schützt das Bad vor dem Betreten Nichtbefugter. H spricht erneut die Grundreinigung an.

M erklärt mit Nachdruck, dass er das nicht von MH machen lassen wolle, da M diese Arbeit selbst machen kann. H entgegnet, dass M das nicht in die Tat umsetzen wird. Um das Gespräch zwischen M und H zu unterbrechen, damit keine Unstimmmigkeit aufkommt, erklärt MH, dass das der zweite Schritt sei, der erste sei das Aufräumen. MH registriert, dass im M`s Gesicht die Anspannung zurückgekehrt ist. Er bietet an, ein Angebot per Post zu schicken. H fragt daraufhin M, ob dieser denn ab jetzt täglich in den Briefkasten schauen würde. M schüttelt mit verzweifeltem Gesicht den Kopf. H, pragmatisch, schlägt vor, dass MH das Angebot per Brief auch an H schicken soll und gibt ihm die Adresse. M ist damit einverstanden. H erklärt an dieser Stelle, dass die Kosten der Aufräumaktion von H übernommen werden. MH verabschiedet sich per Handschlag von H und von M und verlässt die traurige Wohnung eines traurigen Menschen und nimmt seinerseits Traurigkeit mit auf den Weg.

Die Frage „Und wo bleiben dann Sie?“ hallt in ihm nach und berührt ihn.

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